Vier Fragen an Claudia Horbert von der EHI Retail Design Konferenz

Wie müssen Geschäfte gestaltet sein, dass man gerne darin einkauft? Wie kann sich Markenidentität im Shop-Konzept widerspiegeln? Die EHI Retail Design Konferenz, die von 18. bis 19. September 2012 in Düsseldorf stattfinden wird, geht diesen Fragen auf den Grund.

Claudia Horbert, EHI Retail Design Konferenz

Claudia Horbert, EHI Retail Design Konferenz

Claudia Horbert ist im Rahmen ihrer Tätigkeit als Leiterin des Forschungsbereichs „Ladenplanung und Einrichtung“ im EHI Retail Institute für die inhaltliche Ausgestaltung der Konferenz verantwortlich.

1.    Frau Horbert, ein Internet-Shop ist 24/7 geöffnet, hat in der Regel günstigere Preise, und ich kann 14 Tage lang alles zurückschicken, ohne Fragen beantworten zu müssen. Können Sie mir in einem Satz sagen, warum ich noch in einen Retail Shop gehen sollte?
Die Antwort liegt auf der Hand, denn der stationäre Handel bietet immer noch etwas, das ein Onlineshop nicht leisten kann: das Kauferlebnis. Man kann fühlen, testen, wird beraten – Einkaufen schärft alle Sinne. Allerdings muss es gut gemacht sein, das Store-Design muss Marke und Sortimentsbotschaft glaubhaft vermitteln.

2.    Was muss ein Shop heute – außer einer großen Auswahl zu guten Preisen – bieten, um sich erfolgreich am Markt zu behaupten?
Wichtig ist, sich immer wieder neu zu erfinden, z. B. durch ideenreiche und unkonventionelle Einrichtungsdetails aus dem Visual Merchandising oder auch durch den Test neuer Technologien. Hier denke ich zum Beispiel an den sogenannten „tweet mirror“. Mit dieser Technologie kann ich Kleidungsstücke im Geschäft virtuell anprobieren und Bilder davon an meine Freunde übermitteln, um mich beim Kauf beraten zu lassen. Grundsätzlich gilt für ein ansprechendes Shop-Design: Es geht darum zu experimentieren, das Beste herauszuholen, um auf diesem Wege alle Sinne des Kunden anzusprechen. Es geht heute nicht mehr allein um die Ware, sondern ein moderner Laden bietet heute ebenso Unterhaltung, soziale Kontakte und eine hohe Aufenthaltsqualität.

3.    Was sind im Moment die größten Herausforderungen für Shop-Betreiber?
Als Shop-Betreiber muss ich mich immer wieder neu erfinden, ohne zu kopieren – und das in einem vernünftigen, angemessenen Kostenrahmen. Das ist meines Erachtens die größte Herausforderung.

4.    Welche Themen stehen bei der diesjährigen Konferenz im Mittelpunkt?
Wie ein roter Faden zieht sich in diesem Jahr das Thema Veränderung durch zahlreiche Beiträge. Dazu gehört auch die Einbindung neuer Technologien oder eben die Verbindung der Bereiche on- und offline. Vor welchen Chancen und Risiken stehen Händler, die einen Onlineshop mit dem stationären Handel verbinden, wie kann er gestalterische Elemente übergreifend miteinander verbinden? Ebenso stehen technische Themen, wie der richtige Einsatz von LED Beleuchtung, im Fokus. Neben der Inneneinrichtung von Shops geht es bei der diesjährigen Konferenz ebenso um die Shop-Fassade als weithin sichtbares Markenversprechen: Aber gelingt dies auch in Shopping-Centern? Wie kann man sich als Händler in einem Einkaufscenter durch die äußere Gestaltung des Shops abheben? Am Rande bemerkt noch meine persönlichen beiden Highlights: Esprit und Starbucks stellen ihre neuen Shop-Konzepte vor, auch diese versprechen ausgezeichnete Beispiele für eine beständige Weiterentwicklung im Handel durch neue Konzepte und Shop-Formate.

 

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