Thomas Bade, Geschäftsführer von iF UNIVERSAL DESIGN, erklärt uns heute, warum Design der ideale Mittler zwischen Technologie und Alltag ist.

DSC_78391. Was ist für Sie gutes Design?

Gutes Design ist für mich, wenn sich Ästhetik nahtlos mit Funktionalität, Technik und nachhaltiger Sinnhaftigkeit verbindet.

2. Eignet sich Design als Mittler zwischen Technologie und Alltag und wenn ja, warum?

Um es selbstbewusst auszudrücken, kommt nur Design als Mittler zwischen Technologie und Alltag infrage. Die Begrifflichkeit des Mittlers würde ich allerdings durch die des Moderators ersetzen. Es geht für das Design nicht mehr ausschließlich um die Realisierung von Produkten, sondern um die Moderation von Prozessen bis hin zum After-Sales-Service inklusive der Nahtstellen zu Technologie und Wirtschaftlichkeit im gesellschaftlichen Kontext (und Alltag). Das ist in seiner Komplexität herausfordernd. Hier kommt einiges auf Hochschulen, Studierende und Weiterbildungsinstitute zu.

3. Wie können die Schnittstellen zwischen Serviceanbietern und Nutzern als positives Service-Erlebnis gestaltet werden?

Sprechen wir lieber über Nahtstellen. Schnitte tun weh. Service Design darf nicht zu einer isolierten Disziplin werden. Produkte müssen begeistern, um zu überzeugen. Sie tun es dann, wenn sie im richtigen und glaubhaften Setting stehen. Dies zeigen jüngste Ereignisse der Automobilindustrie. Ist bei einem Gerät nur ein Parameter in Verdacht, kann das einen gesamten Konzern (und nicht nur das Produkt) erheblich von der Autobahn katapultieren.

4. Welche Managementprozesse sind dafür erforderlich?

Es gibt nicht mehr „den“ Managementprozess. Es geht um die Moderation und Gestaltung angepasster Werkzeuge in immer komplexer werdenden Szenarien. Digitalisierung und Industrie 4.0 müssen in analoge Szenarien gebracht werden, damit sie für die Nutzer und Anwender verständlich und akzeptierbar bleiben. Was Design erzeugen kann (muss!), ist eine Innovations- und Fehlerkultur, die deutliche Fragen an den „Virus“ Qualitätsmanagement nach DIN ISO XYZ stellen.
Design kann somit nicht nur zum Moderator, sondern auch zum Anwalt seiner Kunden und/oder Nutzer werden. Es wird Zeit, diese Position zu besetzen.

BU: Welche Einschränkungen bestimmen das Leben im Alter? Nutzer und Designer versetzen sich mit Alterssimulationsanzügen und getrübten Brillen in die Lage älterer Menschen und entwickeln auf Grund dieser Erfahrungen altersgerechte Produktkonzepte (Foto: iF UNIVERSAL DESIGN & SERVICE GmbH)

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